Unter einer fremden Sonne

1. bis 6. August 2010,
Werkschauhalle SPINNEREI, Leipzig

Irgendwann ging das nicht mehr zusammen mit ihm und den Anderen.

In der Ausstellung Unter einer fremden Sonne zeigt Fabian Reimann einen Ausschnitt aus seiner jahrelangen Auseinandersetzung mit Person und Werk des Psychoanalytikers und Sozialpsychologen Wilhelm Reich.

Reich entwickelte ein spezifisches Vokabular und Theorien, mit denen er sich zunehmend zum Außenseiter machte. Die meisten seiner Bücher wurden verboten und öffentlich verbrannt. 1956 wurde er zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt, die er nicht überlebte.

Fabian Reimann legt den Schwerpunkt auf die Zeit, als Reich, der 1939 in die USA emigrierte, aus dem von ihm geprägten Terminus ›Orgon‹ die Oranur (Orgone Against Nuclear Radiation)-Experimente entwickelte. 1954 besuchte Reich mit einer kleinen Gruppe das Atomtestgelände in New Mexico: Hier kam das Elend zutage, an dem die westliche Welt krankte. Im weiteren Verlaufe der Oranur-Experimente schien es zu einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Ausserirdischen gekommen zu sein.

Den Künstler Fabian Reimann interessiert dabei besonders, wie sich wissenschaftliche Herangehensweisen zu einer Über- zeugung entwickeln, und sich daraus eine fortschreitende Selbstmystifizierung generiert.

Zu der Ausstellung erschien die Edition Die Weisheit des Minerals